Mario, Wanderführer im Tauferer Ahrntal © armini foto / Armin Rohnen

Teilnehmer, Offizielle und Jury des Schneeskulpturenwettbewerbs © armini foto / Armin Rohnen

1. Sieger: Schuss eine begehbare dreiteilige Skulptur von Filip Moroder Doss, Roland Perathoner, Hansi Demetz © armini foto / Armin Rohnen

2. Sieger: Eishockeyspieler von Arianna Gasperina und Kurt Wierer © armini foto / Armin Rohnen

3. Sieger: Eiskunstlauf von Richard Senorer und Fabian Demetz © armini foto / Armin Rohnen

Viererbob von Silvia und Emanuel Nogler © armini foto / Armin Rohnen

Olympisches Feuer von Miriam Jud, Caroline Mutschlechner, Manuela Lucia Ebesberger © armini foto / Armin Rohnen

Skischuh von Prof. Michael Niederegger und sechs Schülerinnen © armini foto / Armin Rohnen

Armin Zöggeler von Samuel Moroder und Gustav Perathoner © armini foto / Armin Rohnen

© armini foto / Armin Rohnen

FineArtReisen® Artikel Nr. 23250 vom 23.01.2010


Schneeschuhwandern am Rande des Schneeskulpturen-Festivals im Tauferer Ahrntal

Der Wetterfrosch prognostiziert mir für den nächsten Tag dass es mit dem Fotografieren in der Schneelandschaft wohl nichts werden wird. Andererseits ist es auch bei sonnigem Wetter nicht gerade prickelnd dem Entstehen von frostigen Kunstwerken zuzuschauen und dabei den schaffenden Künstlern im Wege herum zu stehen. So verabrede ich mich mit Mario, dem Wanderführer im Tauferer Ahrntal, beim Tourismusverein Luttach um mit ihm am Weißenbach entlang zu wandern. Gleich bei der Begrüßung drückt er mir ein Heftchen über die Naturparke in Südtirol in die Hand, das ich nur geschwind in meinem Fotorucksack verstauen kann. Mario hat es eilig in die Natur zu kommen und wir machen uns sofort auf die Fahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, zur Talstation der Rodelbahn.

Jeder der Wandern geht, kann das auch mit Schneeschuhen, erklärt er. So ist auch das Anlegen der Schneeschuhe die einzige Hilfe die ich einmalig von ihm benötige. Wir gehen entlang eines alten Pfades, der in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für Trainingszwecke der Gebirgstruppen angelegt wurde. Das führt dann auch gleich zu Diskussionen über die freiheitsliebenden (Süd)Tiroler und das Zusammenleben mit den „anderen“ Italienern. Wenn ich schon einmal mit einem waschechten Südtiroler unterwegs bin, dann erfahre ich auch gerne wie er die lokalen politischen Gegebenheiten und zwischenmenschlichen Beziehungen sieht. Die Quintessenz des Gesprächs ist, dass es dort - in Südtirol - auch nicht anders ist als bei uns in Bayern. Man liebt seine Nachbarn, neckt sich, hat so seine Auseinandersetzungen, aber im Grunde ist man doch auf dem Weg in die globale Welt oder dort schon angekommen.

Schnell wendet sich unser Gespräch der uns umgebenden Natur zu. Mario ist oft in den Seitentälern und auf Almen des Tauferer Ahrntals unterwegs. Zwei- bis dreimal die Woche führt er Wandergruppen in die Natur, erklärt die Zusammenhänge in den Bergtälern, das Leben auf der Alm, die Geologie und die Fauna. Im Sommer mit Wanderstiefeln im Winter mit Schneeschuhen. Er entziffert die Spuren der Wildtiere und zeigt wo gerade die Gämse klettern. So verfliegt die Zeit und ich merke gar nicht, dass wir unserem Ziel, der Berghütte im Weißenbachtal, schon recht nahe sind.

Schneeschuhwandern kann wirklich jeder! Bereits nach den ersten Schritten merke ich den Halt, den der Schneeschuh, eigentlich eine Plastikplatte mit Schuhhalterung, auf Schnee und Eis gibt. Kein Einsinken, kein Wegrutschen, einfach angenehmes Gehen. Meine anfänglichen Bedenken, dass man doch etwas „breitbeinig“ unterwegs ist und dies auf Dauer ermüdend sein würde, bestätigt sich nicht. Das Schöne daran, dass man keine Techniken erlernen muss, hat auch so seine Schattenseiten. Während vor fünf Jahren Schneeschuhe nur im ausgewählten Outdoor-Handel erhältlich waren, bekommt man heute Schneeschuhe in jeder Wintersport- und Wanderregion in den Sportgeschäften ausgeliehen. Dort bekommt man dann auch die richtige Beratung, insbesondere für die Größe des Schneeschuhs. Je mehr Gewicht dieser zu tragen hat, desto größer (länger) muss er sein, damit man auf losem Schnee auch wirklich nicht einsinkt. Zwei Stöcke hinzu und die Wanderstiefel angezogen, schon kann es losgehen mit der Schneeschuhwanderung. Doch ein wenig Vorsicht für den Wanderer selbst und die Natur ist schon nötig. Nicht ohne Hintergrund weist Mario mich auf die vielen lawinengefährdeten Stellen am Rande abseits unseres Wanderweges hin, die ich alle nicht erkannt hätte. Die Wanderwege in den Bergen sind alle so angelegt, dass keine Lawinen diese verschütten können. „Als Wanderer ob im Sommer mit Wanderstiefel oder im Winter mit Schneeschuhen hat man wenig Fluchtmöglichkeiten, wenn man von einer Lawine überrascht wird und hier draußen in der freien Natur kommt auch so schnell keine Hilfe“, erklärt er. Gegen das Verlassen der Wanderwege führt er dann noch die unnötige Störung des Wildes an, das gerade im Winter durch Schnee und Kälte schon genug belastet ist. Da muss es nicht sein, dass die Tiere durch „wilde“ Wanderer aufgescheucht und zusätzlich gestresst werden.

Mit diesen ermahnenden Worten im Ohr kommen wir an der bewirtschafteten Alm an und ziehen unsere Schneeschuhe aus. Knapp zwei Stunden Schneeschuhwanderung sind wie im Fluge vergangen. Drinnen erwartet uns der Wirt, der trotz suboptimalen Wetters reichlich Gäste zu bewirten hat. Es gibt Südtiroler Köstlichkeiten. Almkost, die aus jeder Küche ein wenig anders schmeckt. Gestärkt durch Spiegelei mit Speck (Tiroler Schinken auf dem Ei!) und einem Apfelstrudel machen wir uns auf den Rückweg. Draußen drückt mir Mario unter dem wachenden Auge des heimischen schwarzen Hundes einen Rodelschlitten in die Hand und weist mir auf die Schnelle den Weg und wie man damit durch die Kurven kommt. Eine viertel Stunde und einige Spitzkehren später stehen wir wieder am Parkplatz neben unserem Auto. Ich bedanke mich bei Mario für den kurzweiligen Vormittag und die Erkenntnis, dass nicht nur Schneeschuhwandern eine einfache Sache ist, sondern auch Spitzkehren mit dem Rodel ohne Stürze von jedem gemeistert werden können.

Schon viel zu lange habe ich nicht mehr auf den Auslöser meiner Kamera gedrückt und die Sonne ist auch hinter den Wolken aufgetaucht. So treibt es mich nun schnell auf den Klausberg, um die dort entstandenen Kunstwerke abzulichten. Oben an der höchsten Bergstation angekommen strahlt mich die Sonne an. Tiefblauer Himmel und strahlende Sonne lassen das Herz des Fotografen höher schlagen. Die Schneebildhauer haben ihre Werke nun auch fertiggestellt. Der ein oder andere poliert noch ein wenig an der Oberfläche oder korrigiert noch eine Kante. Ich kann, ohne dass ich die Künstler störe, die vergängliche Kunst betrachten und für die (hoffentlich) Ewigkeit in Bits und Bytes festhalten. Knapp drei Tage lang haben die Künstler mit Pickel, Schaufel, Leiter und Spachteln aus knapp drei Meter hohen Schneewürfeln eisige, aber leider vergängliche, Kunstwerke von außerordentlicher Schönheit geschaffen. Bis zur Schneeschmelze, die für Ostern erwartet wird, können die Eiskönige auf dem Klausberg in 2500 Metern Höhe bewundert werden.




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Leserbrief von F.
Ich denke, dass Eishockeyspieler von Arianna Gasperina und Kurt Wierer ist die beste Skulptur.


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