FineArtReisen® Artikel Nr. 22855 vom 25.12.2009
Quelle: FVA D Berlin hier klicken

Berliner Gastronomie: Von Sterneküche bis Szenerestaurant

Gute Nachrichten für Feinschmecker: Der Michelin-Guide hat in seiner neuesten Ausgabe insgesamt dreizehn Gourmet-Sterne an Berliner Restaurants vergeben. Damit konnte die Metropole ihre Rolle als kulinarisch führende deutsche Stadt behaupten. Absoluter Spitzenreiter bleibt Christian Lohse, Küchenchef des Restaurants Fischers Fritz im Hotel The Regent am Gendarmenmarkt, der seinen zweiten Michelin-Stern bestätigt bekommen hat. Der gebürtige Westfale, der die Kunst des Kochens unter anderem in Frankreich lernte, wurde zudem vom französischen Gastronomieführer Gault Millau mit 19 von 20 möglichen Punkten bewertet. Begründung: „Besser, subtiler, ideenreicher und mit geschmackvolleren Produkten kocht niemand in Berlin."

Gleich zwei Berliner Restaurants sind 2010 mit einem Michelin-Stern neu dazugekommen. Einer ging an die ideenreiche Avantgarde-Küche von Daniel Achilles, dem Koch und Mitinhaber des im März 2009 neu eröffneten Restaurants Reinstoff in Mitte. Den anderen konnte sich der Finne Sauli Kemppainen, Koch der Quadriga im Hotel Brandenburger Hof, zurückerobern. Erneut wurden die Leistungen von Tim Raue gewürdigt, der im Ma Tim Raue im Adlon-Palais asiatische, chinesische und japanische Kochkunst neu interpretiert. Ihren Stern auch im aktuellen Michelin-Führer zu verteidigen und die strengen Inspektoren mit kulinarischen Meisterleistungen zu begeistern, gelang außerdem den Restaurants Facil, First Floor, Gabriele, Hugos, Lorenz Adlon, Margaux, Weinbar Rutz und Vau.

Trendsetter und Newcomer: Berliner Szenerestaurants
Berliner Szenerestaurants befinden sich oft an ungewöhnlichen Orten. So wie das Cookies Cream. Gut versteckt liegt es in einem Hinterhof neben der Komischen Oper. In das Restaurant gelangt man über eine Tiefgarage und eine dunkle Treppe. Wer den Weg findet, wird mit feinen vegetarischen Gerichten wie Parmesanknödel mit Korianderkarotten verwöhnt.

Auch das Rodeo, das einen Mix aus Fine Dining und Underground-Restaurant bietet, ist nicht ganz einfach zu finden. Über einen dunklen Hinterhof geht es eine alte Treppe hinauf in den prächtigen Kuppelsaal mit festlich eingedeckten Tafeln. Auf der Speisekarte stehen komplette Menüs oder auch Einzelgerichte wie Steinpilz-Kartoffelstrudel auf getrüffeltem Rahmwirsing. Mit gut gefülltem Magen kann man im Anschluss an das Essen gleich ins Nachtleben einsteigen. Ab 23 Uhr wird das Rodeo zu einem der angesagtesten Clubs in der Stadt.

Chillen, trinken, speisen und tanzen in Einem kann man auch im Kreuzberger Bigsize Clubrestaurant Spindler & Klatt. Die umgebaute Industrieanlage, ein ehemaliger Kornspeicher auf dem Gelände der Heeresbäckerei, lockt mit rohem Stahl und gemütlichem Ambiente. Hier lässt sich asiatische Crossoverküche ganz gediegen auf Loungesofas mit Blick auf die Spree genießen. Anschließend lädt die 600 Quadratmeter große Terrasse zum Entspannen oder der Club zur Partynacht ein.

Bei lauter Musik von Rock bis Schnulz geht es richtig trashig im White Trash zu. Die Speisekarte bietet mit Fast Food gute Substanz. Das weiß auch so manche Prominenz zu schätzen. Selbst Mick Jagger wurde hier vor einigen Jahren beim Burgeressen gesehen.

Schick und modern zeigt sich das neu eröffnete Luchs im Hotel Lux Eleven in Mitte. Die Küche ist italienisch mit einem Hauch Südtirol. Den Gast erwartet eine täglich frische Pasta mit kreativen Füllungen wie zum Beispiel die hausgemachten Ravioli gefüllt mit Hirsch, Pflaumen und Ricotta auf Rotweinsauce. Morgens gibt es ein Frühstücksbuffet, mittags werden preiswerte und schnelle Gerichte serviert.

Was im Sommer allabendlich auf Wiesen, Plätzen und in Parks praktiziert wird, hat sich längst auch in der gehobenen Gastronomie etabliert: die Grillkultur. Mit den Steakhäusern der alten Schule haben die neuen Grillrestaurants wenig zu tun. Vielmehr überzeugen sie mit moderner Innenarchitektur, hochwertigen Zutaten und urbanem Glamour. Das Grill Royal am Schiffbauerdamm hat es als beliebtes Szenerestaurant längst an die gastronomische Spitze geschafft.

Passende Menüs zur Kunst kann man in der Galerie Zagreus Projekt genießen. Lebensmittel werden so Teil der Performances. Wenn zum Beispiel die Künstler Yudi Noor und Bohman Jamari einen ursprünglichen indonesischen Lebensraum aus Holz gestalten, gibt es am zentralen Tisch eine üppige indonesische Reistafel mit gefüllter Ente und Gemüsecurry zu essen.




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